Mit fünf verkauft die Tochter chinesischer Einwanderer Pokémon-Karten im Kindergarten, als Teenager programmiert sie erste Tools – und mit 19 bricht sie ihr Informatikstudium ab, um ein Peter Thiel-Stipendium zu nutzen. 2016 gründet Lucy Guo mit Alexandr Wang (heute Chef-KI-Stratege von Mark Zuckerberg) Scale AI, das Daten sortiert und labelt, um KI zu trainieren. Zwei Jahre später steigt sie aus – wegen unterschiedlicher Vorstellungen über Führung und Bezahlung der Clickworker, wie sie sagt. Ihre rund fünf Prozent behält sie. Heute sind diese hunderte Millionen Dollar wert, Scale AI wird mit zig Milliarden bewertet, und Guo ist mit 30 Jahren die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt – sie hat Taylor Swift diesen Titel abgenommen.
Während andere in ihrer Vermögensliga in Saus und Braus leben würden, pflegt Guo ein anderes Image: „act broke, stay rich“. Ihr Assistent fährt sie im alten Honda Civic herum, Essen bestellt sie als „Buy one, get one free“-Deals, teure Kleider gibt es nur zu besonderen Anlässen, sonst kauft sie billig (bei Shein) oder lässt sich sponsorn.
Parallel baut die US-Amerikanerin Passes auf – eine pornographiefreie Alternative zu OnlyFans. Auf der Creator-Plattform interagieren Fans gegen Bezahlung mit ihren Idolen – ergänzt durch KI-Avatare. Keine Nacktbilder, strengere Regeln als bei Instagram – dennoch viele Debatten über Moderation, Minderjährigenschutz und Plattformverantwortung.
Privat wie beruflich lebt Guo im Hochspannungsmodus: Workouts im Morgengrauen, Partys in Miami, Festivals, Verhandlungen mit Meta und Kunden wie OpenAI. Sie glaubt an KI als Co-Pilot des Arbeitsalltags: Assistenten, die 80 Prozent Routine abnehmen, damit Menschen sich auf die schwierigsten 20 Prozent konzentrieren können. Luxus interessiert sie wenig – wichtiger sei ihr die Freiheit, später mit ihren Kindern um die Welt zu reisen.
Die Erfolgsstrategien von Lucy Guo:
1. Sparsamkeit als Strategie nicht als Mangel: Günstige Kleidung, einfaches Essen, keine teuren Handtaschen – für die 30-Jährige ist das kein Widerspruch, sondern ein Prinzip. Jeder Dollar, den sie nicht für Konsum ausgibt, fließt in neue Projekte, Beteiligungen oder in ihre persönliche Freiheit.
2. Netzwerk und Disziplin: Im Silicon Valley, so sagt Guo, sei das Netzwerk der wahre Wert. Sie umgibt sich gezielt mit extrem ehrgeizigen Menschen und investiert parallel in ihre eigene Disziplin – etwa mit unzähligen intensiven Workouts.
3. Fokus auf den eigenen Weg: Öffentlich zeigt sich Lucy Guo radikal authentisch: Tech-Nerd, Partygirl, Fitness-Junkie, Milliardärin, alles gleichzeitig. Kritik hält sie nicht auf; im Gegenteil, sie nutzt Kontroversen eher als Antrieb denn als Hindernis.