Vor acht Jahren hatte Julie Lepique beim Abendessen mit Freundinnen eine Idee, die ihr Leben verändern sollte: Eine Freundin gestand, dass sie lieber erotische Inhalte hört, statt sie zu sehen – sie drehe beim Schauen einfach das Handy um. Lepique recherchierte – und entdeckte eine Marktlücke. Kurz darauf gründete sie Femtasy: eine Plattform für erotische Audioinhalte für Frauen.
Was als Start-up mit viel Gegenwind begann – vom belächelten Interview bis zum „Shadow Banning“ auf Social Media – wurde zum Millionen-Erfolg. Heute nutzen rund 1,5 Millionen Menschen Femtasy, darunter auch zunehmend Männer. Das Geschäftsmodell: ein Abo mit Zugang zu über 1.500 Audio-Stories von sinnlichen Hörspielen bis hin zu geführten Fantasiereisen, produziert nach hohen ethischen Standards.
Lepique, studierte Betriebswirtin und Ex-Xing-Trainee, entwickelte früh ein Gespür fürs Unternehmertum – schon als Kind verkaufte sie bemalte Steine. Dass Femtasy mittlerweile achtstellige Umsätze erzielt und keine weiteren Finanzierungsrunden benötigt, macht sie stolz.
Aktuell expandiert das Unternehmen international – etwa mit französischen Inhalten für einen Markt, in dem weibliche Sexualität oft unterrepräsentiert ist. Lepiques Ziel: mehr Gleichberechtigung, mehr Fantasie – und mehr Raum für weibliche Lust.
Die Erfolgsgeheimnisse von Julie Lepique:
- Tabus als Chance: Statt sich von gesellschaftlichen Stigmata bremsen zu lassen, machte Lepique die Unsichtbarkeit weiblicher Lust zum USP ihrer Marke.
- Kreatives Marketing: Strenge Werberichtlinien bremsten Femtasy aus. Stattdessen setzte Lepique erfolgreich auf Influencerinnen und Creator Marketing.
- International denken: Mit Blick auf Märkte wie Frankreich erkannte die Hamburgerin kulturelle Bedürfnisse – und baute gezielt Angebote auf, die Frauen weltweit ansprechen.