➤ Stephanie, wie sieht dein Angebot aktuell aus?
Ich verbinde zwei Perspektiven: die technische Präzision aus dem professionellen TV-Bereich und das psychologische Verständnis dafür, was Menschen brauchen, um sich sicher vor der Kamera zu fühlen.
In meinen 1:1-Coachings begleite ich Kund*innen über mehrere Monate – vom Konzept über das Setup bis zum fertigen Video oder Onlinekurs. Wir entwickeln klare Strategien für YouTube, Reels oder Website-Videos und arbeiten gleichzeitig an Sicherheit und Auftreten.
Ergänzend biete ich Gruppenprogramme wie „Die Regie bin ich“ an – ein 12-wöchiges Live-Programm für alle, die einen eigenen Onlinekurs erstellen möchten. Außerdem gibt es Onlinekurse für den Einstieg in Kurzvideos und den Videoschnitt mit Tools wie CapCut sowie Produktionsservices für diejenigen, die Technik oder Umsetzung lieber abgeben.
➤ Wie bist du vom Schnitt in die rolle der Videocoachin gewechselt?
Der Wechsel war eigentlich logisch. Schon während meiner Zeit als Cutterin habe ich regelmäßig Schulungen gegeben – etwa für den WDR – und junge Kolleg*innen ausgebildet. Lehren hat mir immer Spaß gemacht. Vielleicht kommt das Lehrerkind in mir durch.
Ein Schlüsselmoment war ein Gespräch während meines Psychologiestudiums: Eine Chefin klagte darüber, dass niemand wirklich verstehe, was ihr Angebot besonders macht – und dass professionelle Videos zu teuer seien. Ich fragte: „Warum macht ihr das nicht einfach selbst?“
Aus dieser Idee entstand gemeinsam ein YouTube-Kanal – und mir wurde klar: Genau das möchte ich ermöglichen. Menschen befähigen, ihre Expertise selbst sichtbar zu machen. Heute laufen beide Bereiche parallel: Ich coache – und ich produziere weiterhin selbst als Cutterin.
➤ Was macht deine Arbeit besonders?
Meine Kund*innen lernen drei zentrale Dinge:
Das Handwerk – Wie man mit Smartphone oder einfachem Equipment professionell filmt und schneidet, ohne dass Technik kompliziert oder überfordernd wird.
Storytelling & Dramaturgie – Inhalte so strukturieren, dass sie klar, verständlich und spannend sind. Ein Video braucht einen roten Faden.
Souveränität vor der Kamera – Wir lösen Technikangst und Unsicherheit. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern authentisch und klar zu kommunizieren.
Der größte Erfolg für mich ist, wenn jemand sagt: „Ich hätte nie gedacht, dass mir das Filmen Spaß machen kann.“
➤ Wer arbeitet mit dir zusammen?
Meine Hauptzielgruppe sind Solo-Selbstständige, Coaches, Trainerinnen und Beraterinnen – also Menschen, die mit ihrer Expertise arbeiten und sichtbar werden wollen. Sie haben oft große fachliche Kompetenz, aber Respekt vor Technik oder Angst vor Sichtbarkeit. Genau dort setze ich an. Zusätzlich begleite ich Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die ihre Teams in Videokommunikation und digitaler Sichtbarkeit stärken möchten.
➤ Worauf kommt es bei guten Videos wirklich an?
Der entscheidende Punkt ist der Perspektivwechsel. Wir beschäftigen uns oft zu sehr mit uns selbst: „Wie sehe ich aus? Ist das Licht gut? Wirke ich professionell?“ Doch gute Videos entstehen, wenn wir den Fokus auf die Zielgruppe legen. Die zentralen Fragen sind: Wer soll das Video sehen? Welches Problem lösen wir? Was braucht diese Person gerade?
Wenn Klarheit über Zielgruppe und Botschaft besteht, ordnen sich Technik und Format fast automatisch unter.
➤ Wie können Videos ein Business verändern?
Videos wirken wie ein Vertrauensbeschleuniger. Menschen haben dich schon erlebt, bevor sie mit dir sprechen – über Stimme, Haltung und Denkweise. Dadurch entsteht eine Vorqualifizierung: Die passenden Kund*innen fühlen sich angezogen, andere sortieren sich schneller aus.
Videos arbeiten außerdem dauerhaft für dich.
Einmal produziert, können sie:
auf der Website Entscheidungen unterstützen
auf YouTube langfristig gefunden werden
auf Social Media Reichweite aufbauen
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist Video einer der stärksten Hebel für Sichtbarkeit und Professionalität.
➤ Wo sollten Videos eingesetzt werden?
Website: Dort, wo Entscheidungen fallen – Startseite, Über-mich, Angebotsseiten, FAQ.
YouTube: Für langfristig auffindbare Inhalte und Expertise-Positionierung. Es ist ein Archiv, das über Jahre wirkt.
Social Media: Für Aufmerksamkeit, Nähe und Vertrauensaufbau – kurze Formate, die weiterleiten.
➤ Drei Tipps für alle, die mit Videos starten möchten?
Starte mit dem, was du hast.
Dein Smartphone reicht völlig aus – wichtiger als Technik ist Umsetzung.Ein Thema pro Video.
Überlade deine Inhalte nicht. Klarheit schlägt Informationsflut.Sei du selbst.
Authentizität wirkt stärker als Perfektion. Menschen wollen echte Persönlichkeit – keine glatte Inszenierung.
(Das Interview wurde am 18.12.2025 geführt)