Q&A: Steuerberaterin & Gründerin Nadine Brandstätter

Gepostet am

24/03/2026

Eigentlich sollte es der klassische Weg werden – Studium, Examen, Kanzlei. Doch irgendwann merkte Nadine Brandstätter, dass Zahlen allein ihr nicht reichen. Heute ist sie Steuerberaterin, Mediatorin und Mentorin in einem. Ihr Fokus liegt auf GmbH-Unternehmer*innen, die nicht nur Steuern sparen, sondern wirklich verstehen wollen, was in ihrem Unternehmen passiert.

Nadine Brandstätter

Steuerberaterin & Gründerin

nadinebrandstaetter.de

Nadine, was war der Auslöser für deinen Schritt in die Selbständigkeit?

Ende 2024 hatte ich das Gefühl, ich lebe meine Fähigkeiten nicht aus. Ich wollte mich mehr mit den Menschen hinter den Zahlen beschäftigen – und das ging nur, indem ich mein eigenes Business aufgebaut habe. Mit Mut und der Überzeugung, dass es der richtige Weg ist.

 

Was hast du mitgebracht?

Das Fundament ist das Steuerberaterexamen – eines der anspruchsvollsten Berufsexamen Deutschlands, Durchfallquote regelmäßig über 50 %. Ergänzt habe ich das durch die Ausbildung zur Fachberaterin für Unternehmensnachfolge, eine Mediations- und eine Coachingausbildung. Genau diese Kombination fließt heute in jede Beratung ein.

 

Welche Themen landen auf deinem Tisch?

Ich arbeite als klassische Steuerberaterin und als Mentorin für GmbH-Gesellschafter*innen. Das Herzstück ist ein 12-Wochen-Programm: steuerliche Optimierung – Thesaurierung, Holding, Vermögensaufbau – kombiniert mit persönlicher Entwicklung. Raus aus dem Angestelltenmodus, rein in die Denkweise einer Unternehmerin.

 

Für viele lautet eine zentrale Frage GmbH oder Einzelunternehmen. Wozu rätst du?

Es kommt drauf an. Bis ca. 100.000 € Jahresgewinn ist der steuerliche Vorteil der GmbH meist noch nicht groß genug, um den Aufwand zu rechtfertigen. Die GmbH wird interessant, wenn dauerhaft hohe Gewinne entstehen und nicht alles sofort privat benötigt wird – dann entsteht über Jahre ein echter Steuerstundungseffekt und damit Vermögen, das sich weiter vermehren kann. Aber: Wer die GmbH erst gründet  und dann fragt, zahlt oft drauf. Unbedingt vorher steuerlich beraten lassen.

 

Welche Stolperfallen siehst du immer wieder?

Die GmbH wird zu früh gegründet, ohne dass andere Gründe dafür sprechent. Die Holding wird nicht von Anfang an mitgedacht. Die Geschäftsführervergütung ist nicht optimal austariert – zu hoch oder zu niedrig, beides hat Konsequenzen. Und wer sein bisheriges Einzelunternehmen in der neuen GmbH einfach weiterführt, ohne es steuerlich einzubringen, riskiert eine böse Überraschung. Der steuerneutrale Weg ist im Nachgang oft nicht mehr möglich.

 

Was hältst du eigentlich von einer UG (haftungsbeschränkt), also einer Mini-GmbH, für die es keine 12.500 Euro Gründungskapital braucht? 

Ich verstehe den Reiz: Man kann sie theoretisch mit einem Euro Stammkapital gründen, das Musterprotokoll beim Notar hält die Gründungskosten niedrig, und man hat formal eine Kapitalgesellschaft. Klingt gut. In der Praxis rate ich aber fast immer davon ab.

 

Warum?

Die UG ist von Anfang an auf Umwandlung in eine GmbH ausgelegt: 25 % des Überschusses müssen jährlich einbehalten und in eine gesonderte Rücklage eingestellt werden. Durch Anlaufverluste und das geringe Eigenkapital droht schnell eine rechnerische Überschuldung mit rechtlichen Konsequenzen. Und der erhoffte Haftungsschutz greift oft nicht – Banken und Vermieter fordern bei UGs regelmäßig persönliche Bürgschaften.

 

Dein Rat für Gründerinnen?

Die eigenen Zahlen verstehen. Was bleibt nach Steuern? Wo kann ich optimieren? Was kostet meine Rechtsform wirklich? Wer das versteht, trifft bessere Entscheidungen. Und wer anfängt, Spaß an diesen Themen  zu haben, ist auch nicht mehr unterbewusst durch das Thema „Steuern“ im eigenen Wachstum limitiert.

 

Drei Tipps für einen sicheren steuerlichen Start?

Erstens: Privat und geschäftlich sofort trennen. Ein separates Geschäftskonto ist die Grundlage für alles.

Zweitens: Belege sofort digital erfassen. Nicht am Jahresende suchen. Tools wie Lexoffice oder Datev Unternehmen online helfen dabei erheblich.

Drittens: Steuertermine kennen und verinnerlichen. Wer nicht weiß, wann Vorauszahlungen fällig sind, erlebt nach ein bis drei Jahren Liquiditätslücken, die existenzbedrohend werden können – weil Nachzahlung und neue Vorauszahlungen gleichzeitig fällig werden.

More Content

More Content

More Content

More Content

So wird dein nächster PR-Pitch zum Kinderspiel

The Founders Journey: Wahre Schätze finden

Die Nachfolgerin von Taylor Swift auf dem Milliardärinnen-Thron