➤ Yogi, wie kam es, dass du mit Jana Mack den Podcast Inselmilieu gestartet hast?
Wir haben uns bei einer Weiterbildung kennengelernt. Schnell haben wir gemerkt, dass wir beide das Bedürfnis hatten, aus unserer Filterblase herauszutreten. Wir wollten beide ein multimediales, journalistisches Projekt starten.
➤ Für alle, die euren Podcast nicht kennen. Worum geht es genau?
In unserem Podcast tauchen wir in unterschiedliche Lebenswelten ein und schlagen Brücken zu Menschen, mit denen man im Alltag selten ins Gespräch kommt. Eine lustige Anekdote ist unser erstes Interview: Das haben wir nackt geführt – da ging es um das Thema FKK.
➤ Ihr habt bereits nach einem Jahr eine bedeutende Auszeichnung erhalten. Was macht euren Podcast so erfolgreich?
Ich glaube, unser Erfolg liegt darin, dass viele Menschen neugierig darauf sind, über ihren eigenen „Inselrand“ hinauszuschauen und mehr über andere Lebens- oder Denkweisen zu erfahren. Außerdem machen wir bei unseren Veranstaltungen die Themen transmedial erlebbar – durch Schauspiel, Musik oder Performances. Diese Events schaffen eine Plattform, auf der sich unser Publikum auch „in echt“ austauschen kann – das kommt super an.
➤ Was würdest du jemandem raten, der mit dem Gedanken spielt, einen Podcast zu starten?
Überlege dir, welches Ziel du mit deinem Podcast verfolgst: Willst du informieren, unterhalten oder berühren? Danach empfehle ich, eine kleine Umfrage zu machen, um herauszufinden, ob deine Idee bei der Zielgruppe ankommt. Wenn das Konzept steht, heißt es: einfach loslegen und auf dem Weg dazulernen.
➤ Welche Formate und Themen fändest du besonders vielversprechend?
Ich bin ein großer Fan von Storytelling-Podcasts. Ein Beispiel ist 12 Leben – Verbrechen an Frauen, der den Fokus auf die Betroffenen männlicher Gewalt legt. Aber auch ungewöhnliche Formate finde ich spannend, wie etwa Telephobia, wo Menschen bei einem Telefonanruf begleitet werden, den sie lange vor sich hergeschoben haben.
➤ Was braucht man unbedingt, um einen Podcast zu starten?
Eine gute Idee, die noch niemand umgesetzt hat, eine Nische – oder zumindest eine neue Perspektive auf ein bekanntes Thema. Außerdem brauchst du Motivation, Durchhaltevermögen und genügend Zeit.
➤ Hast du weitere Tipps für Starter*innen?
Ich würde empfehlen, ein*e Partner*in zu finden. Gemeinsam geht alles leichter. Der Austausch mit anderen Podcaster*innen kann ebenfalls sehr hilfreich sein – in vielen Städten gibt es regelmäßige Treffen der lokalen Podcast-Community. Und ganz wichtig: Wähle ein Thema, für das du wirklich brennst. Ein starkes „Warum“ hilft enorm, dranzubleiben.
➤ Wie wichtig ist die technische Ausstattung?
Teures Equipment ist nicht immer die beste Wahl. Viel wichtiger ist es, dass du die Geräte bedienen kannst. Wir halten es einfach: Wir nehmen mit kleinen RODE-Mikrofonen auf und sprechen auch mal von zu Hause ein. Audioschnitt kann man sich selbst beibringen.
➤ Für alle, die bereits gestartet haben: Wie kann man die Reichweite seines Podcasts erhöhen?
Ein guter Tipp ist ein Traileraustausch mit anderen Podcaster*innen. Außerdem solltest du deine Zielgruppe dort ansprechen, wo sie sich aufhält: auf Events, in Newslettern, in Foren oder sogar mit Stickern auf Toiletten. Und natürlich sollten deine Gäst*innen oder Interviewpartner*innen die Folge teilen – je größer deren Reichweite, desto besser!
➤ Könntest du uns zum Abschluss drei Hörempfehlungen geben?
Ja, klar: Nach Redaktionsschluss von Deutschlandfunk, Boys Club – Macht & Missbrauch bei Axel Springer und Frauenstimmen, der Interviewpodcast mit Anita Pitsch.
(Das Interview erschien erstmals am 6.12.2024)