➤ York, für wen sind deine Medientrainings gedacht?
Für alle, die auf Bühnen stehen, vor der Kamera sprechen oder in Meetings überzeugen wollen. Entscheidend ist für mich: Wie fühlt sich die Person dabei? Wenn jemand stets großes Lampenfieber hatte und nach dem Training selbstbewusster auftritt, ist das ein großer Erfolg.
➤ Wer sind typische Kund*innen?
Zu mir kommen Wissenschaftler*innen, Menschen aus dem Marketing oder der Immobilienbranche, ebenso wie Führungskräfte aus Verbänden und Organisationen.
➤ In welcher Form bietest du deine Medientrainings an?
Ich arbeite im Einzeltraining oder in Gruppen mit bis zu acht Personen. Die Dauer variiert je nach Bedarf zwischen einem und zwei Tagen. Manche Kund*innen wünschen sich regelmäßige Termine – auch das ist möglich. Und: Online-Coachings biete ich ebenfalls an. Sie funktionieren erstaunlich gut.
➤ Was lernt man bei dir konkret?
Mein Training umfasst drei Bereiche: vokal, visuell und verbal. Vokal ist die Arbeit mit der Stimme; zum visuellen Bereich gehören Körpersprache, Mimik und Präsenz; beim verbalen Part geht es um die Inhalte, also Rhetorik und Storytelling. Die drei Ebenen greifen ineinander und machen Auftritte lebendig und authentisch.
➤ Worauf achtest du bei deinen Kursteilnehmer*innen?
Ich schaue nicht zuerst auf das, was fehlt, sondern auf das, was schon da ist. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern die eigene Botschaft überzeugend zu vermitteln – und sich dabei wohlzufühlen. Wer etwa zu schnell spricht, kann mit langsamen Handbewegungen die Sprache sofort entschleunigen. Die Hände sind kein Problem, sie sind ein großartiges Werkzeug der Kommunikation. Es gibt viele solcher Hebel und Tricks.
➤ Was kritisieren deine Coachees an sich selbst?
Der Klassiker: „Ich sage zu oft ‚Ähm‘.“ Oder: „Ich bin total nervös.“ „Wohin mit meinen Händen?“ Dabei ist das „Ähm“ gar nicht schlimm. Barack Obama sagt bei seiner legendären Rede im kanadischen Parlament am Anfang ständig „ähm“. Das wirkt nicht störend, sondern authentisch – man spürt, wie er seine Gedanken entwickelt. Übrigens hat er sich lange coachen lassen – er war nicht immer so brillant vor Publikum.
➤ Was rätst du Menschen, die sich im Scheinwerferlicht extrem unwohl fühlen?
Das Wichtigste ist eine gute Vorbereitung – sie gibt Sicherheit. Und ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick: Vereinbare nach dem Auftritt einen Termin mit einer Freundin – vielleicht nur für ein Telefonat. Allein das Wissen: Gleich danach treffe ich jemanden, bei dem ich mich sicher fühle, verändert das Gefühl beim Auftritt. Dann fühlt sich das Ganze nicht mehr an wie ein Schwimmen raus aufs offene Meer – sondern wie ein sicheres Zurückkehren zum Beckenrand.