Foto: Xenia Bluhm
Marion Genetti
Founder AIM HIGH
Die letzten Wochen waren intensiv. Die bessere Hälfte (wie so oft) auf Geschäftsreise und ich strudelnd zwischen PR-Kampagnen, Coaching-Terminen, Taxidiensten zu Basketball und Fußball, Play Dates, Elternabenden und und und. Solche Phasen bedeuten für mich meistens: keine Zeit für Sport, gesundes Essen oder einfach mal durchzuatmen. Stattdessen heißt es: um 6 Uhr aufstehen und durchpowern, bis die Kinder um 20:30 Uhr endlich im Träumeland sind.
„Di corsa“ oder „Tunnel“ – das sind die Codewörter, die ich an solchen Tagen meiner Büronachbarin im Vorbeigehen zurufe, bevor die Tür hinter mir ins Schloss fällt. Kein gemeinsamer Kaffee, schließlich muss ich spätestens um 15 Uhr wieder losrennen, um den Kleinen aus der Kita abzuholen. Neulich sagte Model-Mama Marie Nasemann in ihrem Family Feelings-Podcast sinngemäß: Wer fertig aussieht, ist schlecht im Grenzen setzen. Ich fühlte mich ertappt. Kein Wunder, dass ich den Blick in den Spiegel zuletzt gemieden habe.
Am Sonntag war ich dann mit meinen Jungs auf einem Kindergeburtstag. Neben mir unterhielten sich die Mütter unter anderem über das gemeinsame Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf, einen neuen Tennistrainer und ein Pilates-Studio, das in der Nachbarschaft eröffnet. Hätten sie Koreanisch gesprochen, es hätte sich für mich kaum fremder angefühlt. Später verabredeten sich meine drei Tischnachbarinnen für den nächsten Morgen zum Frühstück im Café. Während sie den Termin in ihre Handy-Kalender tippten, beobachtete ich die Kinder auf der Hüpfburg und stellte mir – zum fünfmillionsten Mal – die Frage, wo ich falsch abgebogen bin.
Und doch: Als ich am selben Abend diesen Tag Revue passieren ließ, wurde mir wieder klar, dass ich für keinen freien Montag dieser Welt meinen Job oder gar mein Leben eintauschen würde. Nicht mit der teilzeitbeschäftigten Apothekerin, nicht mit der topverdienenden Juristin im Staatsdienst und auch nicht mit der gut situierten Stay-at-home-Mom. Ich liebe, was ich tue – ich muss nur etwas mehr daran „arbeiten“, das Gleichgewicht zwischen Pflicht und Kür zu finden. Ein erster Schritt ist getan: Für Oktober habe ich einen Kurztrip zu meiner besten Freundin geplant – und freue mich auf stundenlange Märsche an der Nordsee und einen frei gepusteten Kopf …
Alles Liebe, Marion 🖤