Q&A: Hypnowriting-Begründerin Ursula Neubauer

Gepostet am

05/02/2026

Für das Hypnowriting kombinierte die ehemalige Journalistin ihre vielseitigen Erfahrungen aus den Studien der Germanistik, Psychologie und Philosophie mit einer Ausbildung in Schreibtherapie sowie einem Lehrgang in Hypnosystemik und Hypnose.

Ursula Neubauer

Coachin & Hypnowriting-Begründerin

hypnowriting.at

Die gebürtige Burgenländerin begann ihre Karriere als Journalistin beim ORF, bevor sie stellvertretende Chefredakteurin des Magazins WIENERIN wurde. Später entschied sie sich für einen Wechsel ins Coaching und entwickelte dabei ihre eigene Methodik.

Ein Gespräch über die vielen Vorteile des intuitiven Schreibens.

 

Ursula, was verbirgt sich hinter dem Begriff Hypnowriting?

Als Hypnowriting bezeichne ich eine Vorgehensweise, die im Grunde auf drei wesentlichen Komponenten basiert: einem leichten Trancezustand, Imagination und einem Schreibprozess. Sprich, beim Hypnowriting bewegen wir uns aus einer Art Trancereise in eine Art Tranceschreiben. Trance meint dabei einen meditativen Zustand, bei dem wir unsere Aufmerksamkeit nach innen richten. Es fühlt sich so an, als würde die Hand fast von selbst schreiben.

 

➤ Wie komme ich in diesen Trancezustand?

Er wird durch eine geführte Meditation eingeleitet, die dann in eine Anleitung zum Schreiben übergeht.

 

➤ Was bringt es?

Viele Studien zeigen, dass sowohl die Vorstellungskraft als auch Schreibprozesse äußerst positive Effekte auf uns haben können. Beim Hypnowriting versuchen wir, diese Effekte gezielt für unser Wohlbefinden zu nutzen. Manche Leute nutzen es am Abend zum Entlasten und um besser einzuschlafen. Es gibt aber auch Praktiken, die zum Verarbeiten von Problemen genutzt werden können, um Erkenntnisse und Klarheit zu gewinnen oder um sich beispielsweise auf eine knifflige Verhandlung oder einen Vortrag vorzubereiten.

 

➤ Was brauche ich dafür? 

Praktisch gesehen braucht man lediglich einen Stift, Papier, etwa 10 Minuten Zeit und einen Ort, an dem man sich wohlfühlt. Für Anfänger*innen kann eine Anleitung hilfreich sein. Wichtig ist auch, dass man Vertrauen in sich selbst und Neugierde mitbringt, um zu entdecken, was dabei entstehen könnte.

 

➤ Wie oft sollte man Hypnowriting idealerweise praktizieren?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da es stark von den individuellen Zielen abhängt. Nutzt man Hypnowriting zur Stressbewältigung, ist es empfehlenswert, es regelmäßig in den Alltag zu integrieren. Für die Beantwortung einer konkreten Frage kann jedoch manchmal schon eine einzige Hypnowriting-Session ausreichen.

 

➤ Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Anfänger*innen?

Vergiss alles, was du in der Schule oder anderswo über das Schreiben gelernt hast. Beim Hypnowriting geht es nicht um schöne Formulierungen, sondern darum, den Schreibfluss zuzulassen. Erlaube dir, einfach draufloszuschreiben. Anfangs mag es sich ungewohnt anfühlen, weil du die Kontrolle ein Stück weit deinem inneren System überlässt. Setze deine eigenen Regeln in Bezug auf Zeit, Ort und Häufigkeit. Die Praxis sollte sich nahtlos in deinen Alltag einfügen, ohne zusätzlichen Stress zu verursachen.

 

➤ Kann man Hypnowriting auch von dir lernen?

Ja, ich biete derzeit klassische Einzelcoachings an, bei denen ich auf die individuellen Anliegen meiner Klient*innen eingehe. Zusätzlich gibt es Workshops, wie zum Beispiel im Oktober in Wien, in denen verschiedene Techniken vorgestellt werden, um herauszufinden, welche am besten zu einem passt. Darüber hinaus bin ich auf Kongressen und an Weiterbildungsinstituten tätig, wo ich Kolleg*innen im Coaching, in der Therapie oder Pädagogik zeige, wie sie Hypnowriting einsetzen können. Mit meinen Audio-Files und der Tagebuchbox ist es zudem möglich, selbstständig von zu Hause aus zu üben.

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